Ausverkaufte Stadien im Frauenfußball – ein Wunschgedanke!?

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Heimspiel im Viertelfinale der Champions League, der Gegner ist Arsenal London. Das Spiel ist ausverkauft, das Stadion bis auf den letzten Platz gefüllt - 60.000 bis 70.000 Fans feuern ihre Mannschaft an. Die Medien berichten bereits seit Wochenanfang täglich über das „Spiel des Jahres“, Statistiken werden rauf unter runter „gebetet“, unzählige Interviews geführt und das Fernsehen überträgt dieses Ereignis natürlich live und in voller Länge!

Heimspiel im Viertelfinale der Champions League, der amtierende Titelträger bittet zum Duell gegen Arsenal London. Das Stadion, in dem 31.500 Zuschauer Platz finden, ist nicht einmal zu einem Viertel gefüllt. Gerade 5145 Fans haben den Weg zum ersten Champions League Spiel in der Geschichte der Stadt gefunden. In den einschlägigen Medien hat man in einem Halbsatz mit etwas Glück von der Spielansetzung erfahren. In der Fernsehzeitung werden Interessierte erfolglos nach einer Live-Übertragung suchen.


Dieses Beispiel macht leider deutlich, welchen Stellenwert der Frauenfußball gut ein Jahr vor Beginn der Weltmeisterschaft im eigenen Land hat. Natürlich hat sich in den vergangenen Jahren schon viel verändert und das Wort Frauenfußball taucht hin und wieder auch in den Medien auf, aber ist es nicht traurig, dass zum Viertelfinalhinspiel der Champions League zwischen dem Titelverteidiger FCR 2001 Duisburg und dem renommierten Arsenal London gerade einmal 5145 Fans ins Stadion kommen? Offensichtlich ist dies aber nicht nur ein deutsches Problem: Das Rückspiel in London findet sogar nur vor 724 Zuschauern statt. Und auch das Heimspiel vom deutschen Meister FFC Turbine Potsdam gegen den norwegischen Vertreter Roa Idrettslag verfolgten gerade einmal 1496 Zuschauer. Im Alltag in der Frauen Bundesliga sind sogar Zuschauerzahlen um die 400-600 leider keine Seltenheit.

Betrachtet man dagegen die Zuschauerzahlen im Männerbereich, bewegen sich diese in der Champions League durchschnittlich zwischen 30.000 und 70.000. Selbst ein Spiel in der 3. Bundesliga, beispielsweise zwischen dem FC Heidenheim und dem FC Bayern München II, lockte in dieser Saison gut 7000 Fans ins Stadion.

Die Akzeptanz und das Interesse am Frauenfußball sind zwar in den letzten Jahren erfreulicherweise gestiegen, doch zeigen diese Zahlen ganz deutlich, dass noch viel Arbeit auf alle im Frauenfußball-Engagierten wartet.
Wir sind der Meinung, dass sich die Fußballerinnen mit ihren gezeigten Leistungen und vielen nationalen und internationalen Erfolgen hinter ihren männlichen Kollegen keinesfalls verstecken müssen! Und so haben sie es auch verdient, dass sie die entsprechende Anerkennung erfahren und ihre Spiele, die nicht selten spannender und ansehnlicher sind als manche Partie der 1. Bundesliga, nicht vor halb leeren Rängen austragen müssen!


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Kommentare 

 
#1 Gast 2010-03-22 22:00
sehr schön geschrieben und ich bin absolut deiner meinung. der frauenfussball steht total im schatten, selbst die billiardspieler bekommen mehr aufmerksamkeit.
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