Die Mainzer Rheingoldhalle beherbergte vom 26. bis 28. August eine große Delegation von Fachleuten aus den Bereichen Sport, Politik und Wissenschaft. Der Grund: ein Jahr vor der FIFA Frauen Weltmeisterschaft in Deutschland wurde ein Frauen- und Mädchenfußballkongress einberufen. Das Motto: "Alles, außer Abseits!". Fast 300 Menschen tauschten sich aus und nutzten den Kongress, um die starke Rolle der Frauen in der Gesellschaft hervorzuheben. DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger begründet den Kongress mit den Worten: "Wir wollen das Interesse am Frauen- und Mädchenfußball weiter steigern und dessen Entwicklung vorantreiben. Zudem kann der DFB durch den Frauen- und Mädchenfußball auch auf dem großen und wichtigen Aufgabenfeld der Integration noch einiges bewegen".
Beispielsweise wurde auch darüber diskutiert, welche Chancen die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr für die Entwicklung des Frauen- und Mädchenfußballs bieten würde. Dabei wurde festgestellt, dass man mehr TV-Gelder für die Frauenmannschaften fordern könnte. Zwanziger unterstrich dies mit den Worten: "Es ist nicht in Ordnung, dass die Männer bei den Fernseh-Übertragungen das 40-fache der Frauen bekommen, obwohl sie inzwischen auch ordentliche Einschaltquoten haben". Wäre es nicht spannend zu wissen, man würde es tatsächlich fordern und in die Tat umsetzen, als nur zu diskutieren, ob das Sinn macht?
Auch wären mehr Frauen in den administrativen Tätigkeiten beim Deutschen Fussball Bund (DFB) ein Anfang, so die Idee des DFB-Präsidenten. Eine erstaunliche Selbsterkenntnis darüber, dass in den Bereichen Spielbetrieb, Schiedsrichterwesen und Rechtsorganen die weibliche Note fehlt. "Es gibt gute Juristinnen für die Administration und unsere Sportgerichtbarkeit", so Zwanziger und "Ich hoffe, dass die Personalvorstände sich die Personalakten nach dem nächsten Bundestag einmal ansehen und schauen, wer uns vielleicht helfen können." Durch diese Aussage stellt sich für mich gleich die Frage, sind es zu wenig Frauen die sich bewerben und den Mut haben sich in eine Männerdomäne zu stürzen oder sind es zu viele Männer in den Auswahlkremien, die nur Ihresgleichen auf entsprechende Posten setzen würden?
Geht man nach den Mitgliederzahlen, so sagt die Statistik, dass in den ca. 25.000 deutschen Fußballvereinen nur etwa jedes sechste Mitglied weiblichen Geschlechts ist. Die Vizepräsidentin des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Hannelore Ratzeburg betonte deshalb in ihrer Auftaktrede: "Viele Vereine haben noch nicht verstanden, welche Chancen sie sich entgehen lassen, wenn sie sich nicht für den Frauenfußball öffnen". Dem kann man nur zustimmen, denn betrachtet man beispielsweise das letzte Heimspiel des 1. FFC Frankfurt, so stellt man fest, dass um die tausend Menschen unterschiedlichen Geschlechts und Alters, gerade die Saison vor der WM im eigenen Land, zum Anlass genommen haben, sich die Partie im heimischen Stadion anzuschauen. Im letzten Jahr war das noch nicht denkbar.
Der Kongress hat nun einige Forderungen in den Raum gestellt. Würden diese Ausarbeitungen lauter werden und tatsächlich Bestandteil einer neuen Politik im Deutschen Fussball Bund (DFB) werden, dann sehe ich auch gute Chancen dafür, dass eine Frauenquote nicht notwendig wird. Denn nach Meinung des DFB-Präsidenten wäre eine Quote eher hinderlich, es solle eher das Können über der Quote stehen. Das sehe ich etwas anders, denn wie das auch in den Wirtschaftsunternehmen der Fall ist, muss es erst eine Zwangsquote geben, bevor sich in manchen Köpfen etwas tut. Wie soll sonst eine Frau beweisen, dass sie es kann, wenn sie von vornherein keine Chance hat dies zu beweisen.
























