„Wir haben den Grundstein dafür gelegt, dass es im kommenden Jahr eine Weltmeisterschaft in Deutschland mit vollen Stadien geben kann.“ so Bärbel Wohlleben, einst erste „Torschützin des Monats“ in der ARD Sportschau. Doch sie erinnert sich auch, dass die Aufhebung des Verbots von Seiten der Frauen mit kritischen Gefühlen begleitet wurde: „Der Verband hat uns ja nicht unbedingt aus Überzeugung mitspielen lassen. Der DFB hatte eher Angst, dass wir einen Konkurrenzverband gründen könnten. Dann hat er uns lieber aufgenommen in der Hoffnung, dass er die Frauen dann unter Kontrolle hat.“ erzählte Wohlleben gegenüber der FAZ. Und auch gerade die Medien haben es den Pionierinnen des Frauenfußballs in Deutschland nicht leicht gemacht: „Im Fernsehen hat man zum Beispiel anfangs fast immer nur belustigte Berichte über uns gesehen und auch verunglimpfende Bilder. Das hat dem Frauenfußball einfach nachhaltig geschadet.“
Seit dem hat sich viel geändert: in Deutschland gibt es eine zweigleisige Bundesliga, die auf international bewunderten Niveau spielt, die deutschen Clubs wie Turbine Potsdam, 1. FFC Frankfurt oder FCR 2001 Duisburg dominieren die europäische Fußballszene und DFB-Präsident Theo Zwanziger bezeichnet sich als „größter Frauenfußballfan im Land“. Aber: von Seiten des DFB gibt es keinerlei Würdigung des Jubiläums. Möglicherweise schaut man nur ungern auf das mitunter unrühmliche Verhalten der eigenen Funktionäre in Sachen Frauenfußball zurück. Schade – hätte man doch gerade im Jahr vor der WM dieses Datum aufgreifen können, um im nach Innen und nach Außen zu zeigen: „Wir haben daraus gelernt und der Frauenfußball hat bei uns die gleiche Wertigkeit wie der Männersport!“ Doch so ist sichtbar: der Kampf um die Anerkennung ist doch noch nicht zu Ende – und ganz angekommen in den Köpfen von DFB und Gesellschaft ist der Frauenfußball noch lange nicht!
























