Zwei deutsche Frauenfußball-Clubs gaben ihren Auftakt in der UEFA Women's Champions League. Was dem einen Club besonders leicht fiel, konnte der andere Club nicht gerade von sich behaupten. Gemeint ist Turbine Potsdam, die eine offensichtliche Sieges-Routine in der europäischen Königinnenklasse präsentierten und der 1. FFC Frankfurt, der sich in der "neuen europäischen Luft" sichtlich schwer tat.
Nach zweieinhalb Jahren Europa Abstinenz hatte der 1. FFC Frankfurt gestern sein Debüt in der seit 2010 in dieser Form stattfindenden UEFA Women's Champions League. Eurosport übertrug die Partie gegen den norwegischen Meister Stabæk Football live und dies war für einen Frankfurt-Fan ein wirkliches Fußball-Drama. Die Norwegerinnen standen recht kompakt hinten drin und versuchten das Angriffsspiel der Frankfurterinnen zu stören, was auch ausgesprochen gut gelang.
Balleroberungen des 1. FFC gingen in einer offensichtlich ungewollten Regelmäßigkeit komplett daneben. Chancen gab es am laufenden Band, doch der Abschluss ins gegnerische Tor fand einfach nicht statt. Die aktivste und intelligent spielende Akteurin war Fatmire Bajramaj, die viele Aktionen gut bis sehr gut meisterte, aber Fußball ist ein Mannschaftssport, das heißt, auch die anderen Zehn müssen mitmachen. Bei einer beispielhaften Situation, ging bei einer schönen Soloaktion, der Ball im Abschluss leider in die Hände der norwegischen Torhüterin.
Das unerwartete passierte dann in der 54. Minute, hier wurde ein harmloser Schuss zur Schlüsselszene des Spiels. Cathrine Dekkerhus schoss den Ball in Richtung Tor und das Abfälschen von Saskia Bartusiak sorgte für einen hohen Hüpfer über die Torfrau Nadine Angerer und der Ball war drin. Im Grunde wäre das nicht das Schlimmste, aber ab diesem Zeitpunkt spielten die Frankfurterinnen wie die Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft, starkes Pressing auf das gegnerische Tor, aber "das Ding" wollte, trotz hundertprozentiger Chancen, nicht rein.
Der Endstand des Hinspiels nach 90 Minuten war somit 1:0 für die Gastgeber aus Norwegen, was bedeutet, dass das Rückspiel in Frankfurt am 05. Oktober mit einem deutlichen Zwei-Tore-Abstand gewonnen werden muss, um das Weiterkommen in der UEFA Women's Champions League zu sichern. Trainer Sven Kahlert sagte dazu: "Mit der Leistung war ich trotzdem recht zufrieden. Wer aber zehn Chancen vergibt, kann ein Spiel nicht gewinnen. Im Rückspiel werden alle für das Weiterkommen eine ordentliche Schippe drauflegen!".
Der Deutsche Meister Turbine Potsdam tat sich bei seinem diesjährigen Auftakt deutlich leichter. Zugast beim isländischen Vizemeister Thór Akureyri begann die Partie zwar etwas schleppend für die "Torbinen" aber mit der Zeit kamen sie wesentlich besser ins Spiel, auch wenn das erste Tor ein Eigentor (0:1) war. Die unglückliche Torschützin Arna Asgrimsdottir sorgte aber offenbar durch dieses Tor für das Aufwachen und Ablegen der Müdigkeit der Potsdamerinnen, denn kurz darauf schob Yuki Nagasato das 0:2 ein.
Auch wenn bis zur Pause nicht mehr passierte, so war dies doch eine gute Grundlage für die nächsten 45 Minuten. Yuki Nagasato kam äußerst gestärkt aus der Pause zurück und verwandelte eine schöne Hereingabe von Jennifer Zietz zum 0:3. Und weil es so schön war, kam gleich sieben Minuten später eine weitere Chance für Nagasato, die dann das 0:4 sicherte. Danach wurde das Torschusszepter an Babett Peter weiter gegeben, die in der 74. Minute das 0:5 schoss. Das letzte Tor des Spiels machte dann Genoveva Anonma, die sich geschickt um die Torfrau Helena Jónsdóttir bewegte und das 0:6 aus acht Metern verwandelte. Der Endstand von 0:6 im Hinspiel, lässt sich absolut sehen und macht das Rückspiel im heimischen KarLi wesentlich entspannter.
Zuschauer in Nadderud - Bekkestua: 693; Schiedsrichterin: Teodora Albon (ROU)
Zuschauer in Thorsvöllur - Akureyri: 530; Schiedsrichterin: Katalin Kulcsár (HUN)
Rückspiele am 05. Oktober, Frankfurt ab 15 Uhr und Potsdam ab 19 Uhr. Vorverkauf für die Spiele bereits gestartet. Infos gibt es über die jeweiligen Club-Webseiten.
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