FCR 2001 Duisburg siegt gegen Jana Burmeister
Der Titelverteidiger setzt sich im DFB-Pokalfinale gegen den FF USV Jena mit 1:0 durch – neuer Zuschauerrekord im europäischen Vereinsfußball
Wenn das keine gelungene Prämiere war: im ersten eigenständig in Köln ausgetragenen DFB-Pokal-Finale standen sich mit dem 1. FCR 2001 Duisburg und dem FF USV Jena zwei würdige Gegnerinnen gegenüber, die sich bis zur letzten Minute einen heißen Fight lieferten. Und das Rhein-Energie-Stadion, Kölns schmucke WM-Arena aus 2006, bot die würdige Kulisse für das rekordträchtige Fußballfest in Frauenhand. Sagenhafte 26282 Tickets wurden für das Finale verkauft – noch nie zuvor wurde ein europäisches Vereinsfußballspiel der Frauen vor so vielen Fans ausgetragen!
Bereits das Vorprogramm des Spieles zog viele Menschen in seinen Bann. Im Rahmen eines großen Fanfestes auf den Wiesen rund um das Stadion wurde u.a. ein Mädchenfußballturnier ausgetragen, auf einer Bühne spielten heimische Bands und bei Autogrammstunden mit Größen des Frauenfußballs konnten die Fans ihre Idole hautnah erleben. Und auch im Stadion wurde bereits zwei Stunden vor dem Spiel mit Filmen und Bildern über den Wettbewerb und die Qualifikation der beiden Finalisten ein buntes Programm geboten.
Schiedsrichterin Riem Hussien pfiff die Partie pünktlich um 16.00 Uhr, u.a. vor den Augen von DFB-Präsident Theo Zwanziger, WM-OK-Chefin Steffi Jones, und Bundestrainerin Silvia Neid an. Die Nervosität der Mannschaften war spürbar, und das, obwohl sowohl Duisburg als auch Jena in Bestbesetzung in das Spiel gehen konnten. Bereits nach wenigen Minuten konnten sich die favorisierten Duisburgerinnen in der Jenaer Hälfte festsetzen. Doch die Thüringerinnen zeigten eine bravoröse Abwehrleistung, allen voran Torfrau Jana Burmeister, die von Beginn an stark gefordert war und mit einer Weltklasseleistung ihren Kasten lange sauber hielt. Duisburg tat sich schwer gegen diesen Abwehrblock, und so traf z.B. Torschützenkönigin Inka Grings in der 38. Minute nur das Aluminium. Auch der Freistoß von Nationalspielerin Simone Laudehr in der 43. Minute landete in der Mauer der Jenaer Spielerinnen. Mit dem 0:0 zur Halbzeit konnte Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg weit weniger zufrieden sein als ihre Jenaer Kollegin Heidi Vater.
Die zweite Halbzeit begannen beide Mannschaften zunächst unverändert. Insbesondere Duisburg erhöhte nun nochmal den Druck und zwang so den Gegner zu Fehlern. Dies blieb nicht ohne Folgen: in der 50. Spielminute traf Nationalspielerin Annike Krahn nach einem Freistoß von Inka Grings zum hochverdienten 1:0. Die knappe Führung sollte nun ausgebaut werden, so wechselte Voss-Tecklenburg in der 57. und 63. Minute mit Kozue Ando und Turid Knaak zwei Stürmerinnen ein. Doch der Jenaer Abwehrblock verriegelte sprichwörtlich das Tor. Egal ob nach Standartsituationen wie einem Freistoß von Linda Bresonik, die ebenfalls eine Weltklasseleistung zeigte, in der 72. Minute oder heraus gespielten Torchancen, wie sie Top-Stürmerin Grings vorallem in der Schlussphase zuhauf hatte: Der Ball verfehlte stets sein Ziel. Kurz vor Abpfiff wurde es noch einmal spannend: Die Jenaerinnen warfen nun alles nach vorne und erzwangen zwei Eckbälle, von denen einen Afrika-Meisterin Genoveva Anomna beinahe zum Ausgleich verwerten konnte.
Letztendlich fand das Pokalfinale jedoch mit dem 1. FCR 2001 Duisburg seinen würdigen Sieger. Die Thüringerinnen rund um Kapitänin Yvonne Hartmann ließen sich von ihren mitgereisten Fans jedoch trotzdem zurecht feiern, ist für sie doch der Einzug in das Finale der größte Erfolg der Vereinsgeschichte.
Die Duisburger Mannschaftsführerin Inka Grings nahm den Pokal von DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg unter frenetischen Jubel ihrer Mitspielerinnen in Empfang. Mit tollen Partybildern inklusive Sektdusche für die Trainerin verabschiedeten sich die Teams bei den Fans.
Und alle waren sich einig: Die Entscheidung, das DFB-Pokal-Finale vom Finale der Herren in Berlin abzukoppeln, war goldrichtig! Auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!
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