Bittere „Klatsche“ für DFB-Auswahl gegen die USA

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Im prestigeträchtigen Freundschaftsspiel zwischen dem Olympiasieger USA und dem amtierenden Welt- und Europameister Deutschland musste das Team von Bundestrainerin Silvia Neid eine empfindliche 0:4 (0:2) Niederlage einstecken.

Vor ca. 10.000 Zuschauern im Cleveland Browns Stadium begann die deutsche Mannschaft jedoch sehr engagiert und kam schnell und konsequent in die Zweikämpfe. Dadurch tat sich das US-Team sehr schwer und bekam kaum Möglichkeiten sich zu entfalten. So waren es die Deutschen, die in der Anfangsphase zweimal den Führungstreffer auf dem Fuß hatten. Bereits in der 14. Minute bot sich Simone Laudehr vom frischgebackenen DFB Pokalsieger aus Duisburg nach glänzender Vorarbeit von Birgit Prinz die große Möglichkeit das DFB-Team in Front zu schießen; in starker Bedrängnis rutsche ihr jedoch der Ball über den Spann. In der 26. Minute war es dann Kerstin Garefrekes, die mit einem Distanzschuss aus etwa 18 Metern Torfrau Hope Solo prüfte; der unpräzise Schuss war jedoch kein Problem für die glänzend aufgelegte Keeperin.

Bei den Amerikanerinnen hatte Abby Wambach in der 27. Minute die erste große Chance, nachdem sich die 38 Jahre alte Weltrekord-Nationalspielerin Kristine Lilly auf engstem Raum schön im deutschen Strafraum durchgesetzt hatte. Der Rückpass auf Abby Wambach war jedoch zu scharf für die Torjägerin. In der 29. Minute zeigte die amerikanische Schiedsrichterin Margaret Domka auf den Elfmeterpunkt; sie hatte bei Saskia Bartusiak ein regelwidriges Verhalten im Zweikampf mit der stämmigen Abby Wambach gesehen. Die Star-Angreiferin verwandelte den umstrittenen Strafstoß sicher und brachte so die Gastgeberinnen in Führung.
Die Amerikanerinnen setzten die sichtlich beeindruckte DFB-Elf nun weiter unter Druck. Durch schöne Paraden in der 32. und 33. Minute bewahrte Torfrau Nadine Angerer ihr Team noch vor einem höheren Rückstand. Doch in der 35. Minute war auch sie machtlos. Den wuchtigen Kopfball von Abby Wambach konnte sie zwar noch reflexartig abwehren, beim Abstauber von Heather O'Reilly musste dann auch sie sich geschlagen geben. Mit einem bitteren 0:2 ging es dann in die Pause.
Doch auch in der zweiten Hälfte blieb das Bild das gleiche. Die US-Girls waren immer einen Tick schneller und aggressiver. Und so war es die logische Folge, dass ein weiterer Doppelschlag die erneute Niederlage perfekt machte. In der 63. Minute erhöhte Kristine Lilly aus halblinker Position auf 3:0, ehe Abby Wambach nur eine Minute später einen Konter zum 4:0 Endstand abschloss.

Bemerkenswert ist, dass die Weltmeisterinnen zu keinem Zeitpunkt des Spiels den Kopf in den Sand steckten. Kerstin Garefrekes, Inka Grings, Birgit Prinz und Alexandra Popp hatten gute Möglichkeiten, wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen, aber es sollte heute einfach nicht sein. Die Chancen wurden entweder fahrlässig vergeben oder US-Keeperin Hope Solo fischte sich die Bälle in Weltklassemanier.

Direkt nach Abpfiff resümierte die enttäuschte Bundestrainerin: „Ich will hier nichts schönreden…das war eine richtige Klatsche.“ Das US Team, dass derzeit voll in der Saison steht, ist von Anfang an ein sehr hohes Tempo gegangen. Der DFB Elf war hingegen deutlich anzumerken, dass die lange Saison an den Kräften der Spielerinnen gezehrt hat – mehr war in diesem Spiel einfach nicht drin.
Doch bis zur Heim-WM im kommenden Jahr bleibt noch genügend Zeit, die Fehler abzustellen und aus solchen Spielen zu lernen. Es wartet also noch viel Arbeit auf das Team von Silvia Neid.


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