Das gestrige Spiel zwischen Deutschland und Nigeria kann man mit den Worten umschreiben: Glücklicher Sieg der deutschen Frauen-Nationalmannschaft (1:0), unübersehbare Fehler bei der Schiedsrichterin sowie extreme Fouls der Nigerianerinnen. Vielleicht war es die neue interessante Taktik der Nigerianerinnen, aber schön anzusehen war es nicht.
Die Frauenfussball-Nationalmannschaft hat die Gruppenspiele nach zwei Siegen jetzt schon sicher überstanden, doch was gestern auf dem Platz gespielt wurde, war ein Tretkonzert der unschönen Art. Nigeria sah seine hauptsächliche Aufgabe scheinbar darin, die gegnerische Mannschaft nicht schön mit dem Ball zu umtribbeln sondern immer schön in die Mädels reinzugrätschen. Das Pfeiffen zur Halbzeit galt somit nicht der deutschen Mannschaft sondern bezog sich auf die Mannschaft aus Westafrika und ganz besonders auf die Schiedsrichterin.
Ob die Schiedsrichterin bei manchen, teilweise einfach zu heftigen Attacken der Super Falkons, eher hinweggesehen hat oder es tatsächlich nicht gesehen hat, ist schwer zu analysieren und lässt viel Platz für Spekulationen. Beispielsweise die Grätsche an Simone Laudehr lies selbst die stets ruhige und zurückhaltende Bundestrainerin von der Bank aufspritzen und wild gestikulieren. In einem anderen Abschnitt des Spiels lag eine ziemlich enorme Zeit lang ein Ball auf der Spielfläche. Man hätte eine Unterbrechung erwartet, um den Ball zu entfernen, aber das war leider nicht der Fall, der Ball würde jetzt noch dort liegen.
Die neue interessante Taktik aus dem kleinsten teilnehmenden Land der Weltmeisterschaft schien fast aufzugehen, den Gegner stören wo es nur geht und die Deutschen nicht ins Spiel kommen lassen, inklusive kostenloser "Knochenbrecheraktionen". Darüber hinaus haben die Falkons aber vergessen ihre eigene Abwehr zu positionieren und die Neid-Elf traf nach einer Standardsituation im allgemeinen Gewusel vor dem Tor von Precious Dede durch Simone Laudehr.
Das 1:0 war dann nachher auch das Endergebnis. Durch die vielen Störsituationen kam natürlich Deutschland nicht wirklich ins Spiel, super viele Fehlpässe waren die Folge. Hohe Bälle, Ungenauigkeit und Unsicherheit der Spielerinnen machten keine wirklich großen Torchancen möglich. Es war ein sehr körperbetontes Spiel, aber gestern sahen über 48.000 Zuschauer in Frankfurt kein schönes Spiel.
Nichts desto trotz ist Deutschland durch zwei Siege in den Gruppenspielen in der nächsten Runde (Viertelfinale) angelangt, auch wenn noch ein Spiel in der Vorrunde zu bestreiten ist. Hier geht es dann nur noch um die Platzierung in der Tabelle. Die nächste Partie ist am 05.07.11 um 20:45 Uhr in Mönchengladbach gegen Frankreich.
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